Von Pausen, Nichtstun und Auszeit. 

Warum Pausen wichtig sind für Kreativität. Eine Sommerlektüre, der Falstaff Juli 2022, konsumiert am Strand, hat mich zu diesem Artikel inspiriert. 

Durch Automatisierung, Digitalisierung und KI werden zunehmend Routinetätigkeiten von Menschen durch Computer und Maschinen ersetzt. Die Soziale Kompetenz und Kreativität gewinnen daher deutlich an Bedeutung. Das müssen wir als Gesellschaft dringend verstehen. Diese Kompetenzen müssen in der Arbeitswelt und im Bildungsbereich wesentlich mehr gefördert werden. In diesem Text möchte ich besonders auf Kreativität eingehen. Ich habe oft das Gefühl, in Unternehmen herrscht das Verständnis, man kann Kreativität auf Knopfdruck ein- und ausschalten. Man organisiert einen Workshop, einen externen Trainer bzw. Moderator und sucht sich einen Ort in der Natur oder einen künstlich geschaffen Ort „der Kreativität fördert“. Das Team soll dann auf Knopfdruck möglichst zwischen 09:00 morgens und 17:00 nachmittags kreativ sein, vielleicht gibt’s auch noch eine Abendeinheit für ganz besonders viel Kreativität.

Wie geht’s besser?

Man könnte jetzt tief in die Kreativitätsforschung eintauchen. Theorien analysieren etc. Nein, das mache ich hier jetzt nicht. Ein Blick auf Vorbilder tut’s auch. Was Kreativität betrifft, kann man sich viel von Künstlern abschauen. Mich hat, wie schon erwähnt, ein Interview mit Erwin Wurm in Falstaff (Juli 2022) inspiriert. Erwin Wurm zählt zu den erfolgreichsten österreichischen Künstlern der Gegenwart. Er hat sich mit seiner Familie ein Haus auf Hydra, einer griechischen Insel, gekauft und lebt zu einem guten Teil des Jahres dort. Zu seiner Zeit auf Hydra sagt er: „Ich kann hier arbeiten und entspannen zugleich. Ich muss mich wohlfühlen, um zu arbeiten. Dazu gehört auch das Leben zu genießen. Wir genießen die Tage auf Hydra, fahren gerne mit dem Boot aufs Meer hinaus und Leben in den Tag hinein. …“.

Künstler wissen in der Regel sehr gut bzw. spüren in der Regel sehr gut, was sie benötigen, um kreativ zu sein. Das mag zu einem gewissen Teil individuell sein, aber man kann erkennen, dass sich gewisse Rahmenbedingungen bei allen Wiederfinden: Pausen und Rückzug.

„Die größten Genies erreichen manches Mal mehr, wenn sie weniger arbeiten.“ Dieses Zitat wird Leonardo da Vinci zugeschrieben.

Ein weiteres Beispiel ist Charles Darwin. Im Buch Pause von A. Soojung und K. Page wird der Tagesablauf von Darwin beschrieben. Darwin startete seinen Tag mit einem Morgenspaziergang und Frühstück, gefolgt von 1,5 Stunden Arbeitszeit. Ab halbneun las er die Vormittagspost und schrieb Briefe. Ab halb elf wandte sich Darwin wieder seiner Forschungsarbeit zu. Gegen Mittag sah er sein Tagwerk getan und verließ das Haus für einen einstündigen Spaziergang. Danach gab es Mittagessen und erneute Zeit für Korrespondenz. Um drei zog er sich zum einstündigen Mittagsschlaf zurück, gefolgt von einem weiteren Spaziergang. Danach arbeitete er noch einmal bis halb sechs, um anschließend mit der Familie Abend zu essen. Im Rahmen dieses Stundenplans schrieb er 19 Bücher, u.a. „Über die Entstehung der Arten“. Die täglichen Zeiten, die man als „Arbeit“ einstufen würde, bestanden aus drei eineinhalbstündigen Perioden. A. Soojung und K. Page haben einige Lebensläufe erfolgreicher Persönlichkeiten, denen man außergewöhnliche Kreativität zuschreiben kann, analysiert und haben entdeckt, dass niemand von ihnen mehr als sechs Stunden täglich im klassischen Sinn gearbeitet hat. Die beiden Autoren schreiben dazu: „Charles Dickens, Henri Poincaré, Ingmar Bergman – sie könnten verschiedener kaum sein, arbeiteten zu verschiedenen Zeiten auf ganz unterschiedlichen Gebieten, aber es verbindet sie die Leidenschaft für das, was sie taten, ein unbedingter Erfolgswille, ein fast übermenschliches Vermögen, sich auf eine Sache auszurichten. Aber wenn man sich ihren Alltag näher ansieht, widmeten sie nur ein paar Stunden dem, was wir als ihre wichtigste Arbeit ansehen würden. Die übrige Zeit verbrachten sie mit Bergwanderungen und Nickerchen, sie gingen mit Freunden spazieren und saßen einfach da und dachten nach. Anders gesagt, ihre Kreativität und Produktivität war nicht das Ergebnis endlosen Rackerns. Vielmehr verdankten sie ihre überragenden Leistungen maßvollen Arbeitszeiten. Wie haben sie das geschafft? Kann eine Generation, die an die Achtzigstundenwoche als Erfolgsrezept glaubt, etwas von Leuten lernen, die Wilde Erdbeeren gedreht, die Grundlagen der Chaostheorie und Topologie gelegt und Große Erwartungen verfasst haben? Ja, ich glaube schon. „

Ich bin mir dessen sicher. 

Was bedeutet das jetzt für Unternehmen? Das überlasse ich fürs Erste einmal der Kreativität des Lesers. 

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Ich berate Sie gerne. Kontaktieren Sie mich hier.

Verena Cozelenka Consulting

Österreich

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